Geschichte des SV Kaindorf
(Auszüge aus 50 Jahre SVK von Gerhard Matl und Klaus Vrisk)
Der Sportverein Kaindorf an der Sulm wurde im Jahre 1947 gegründet und beim Steirischen Fußballverband angemeldet. Als eigentliches Gründungsjahr kann man aber 1935 betrachten, nur wurde der Verein damals als eine Art Werksportverein der Kaindorfer Baumwollspinnerei Weiß geführt.
Gespielt wurde in dieser Zeit auf den verschiedensten Plätzen in Kaindorf und Leibnitz. Die Zeiten waren schlecht und die Sportanlagen noch nicht sehr zahlreich vorhanden. Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde der Verein aufgelöst. Nach dem Kriegsende, im Jahre 1946 ergriffen ein paar beherzte Kaindorfer die Initiative und riefen den Sportverein Kaindorf ins Leben.
Der Verein wurde 1947 beim Steirischen Fußballverband statutengemäß angemeldet. Die Mannschaft spielte in der
so genannten Kreisklasse und mischte gleich gehörig mit. In der am 1. Februar 1947 abgehaltenen Jahreshauptversammlung wurden in den Hauptausschuss gewählt: Ing. Karl Weber als 1. Obmann, Leopold Schornegg als 2. Obmann, Erich Gruber als Schriftführer, Friedrich Strohmeier als Kassier, Max Breski als Jugendleiter und Sektionsleiter, sowie Fritz Trabe als Platz und Zeugwart.
Sämtlicher Schriftverkehr mit den Behörden wurde von Sektionsleiter Max Breski durchgeführt. Der positive Bescheid der Republik Österreich wurde letztendlich am am 8. Juli 1948 ausgestellt.
Eines der ersten Spiele wurde gegen britische Soldaten der Besatzungskräfte durchgeführt. Spielort war die "Staribacherwiese". Das Ergebnis dieses Spieles ist nicht genau bekannt. Auf alle Fälle fasste unsere Mannschaft eine gehörige "Watschn", sprich Niederlage aus. Die bekannte Härte unserer Mannschaft dürfte aus dieser Zeit herrühren. Das erste Punktespiel in der Meisterschaft wurde gegen Heiligen Kreuz ausgetragen.
Endstand: 21:1 für Kaindorf! Unsere Mannschaft spielte in diesem Match mit folgender Aufstellung:
stehend von links: Potocnik Franz, Stiendl Hans, Koinegg Josef, Stramschak Franz, Breski Max, Grill Hans
hockend von links: Wolf Johann, Trabi Fritz, Stramschak, Trabi Franz, Breski Fritz.
In der Saison 1946/47 konnte sogleich der 2. Platz hinter dem SV Wildon errungen werden. Im darauf folgenden Spieljahr 1947/48 konnte sogar der 1.Platz erreicht werden. Somit stieg die Mannschaft von der Kreisklasse in die 2. Klasse Süd auf.
Sportlich lief es in dieser Zeit nicht schlecht. In den Jahren 1948/49 sowie 1949/50 konnte der Klassenerhalt mit den Rängen 10 und 11 jeweils geschafft werden. Durch die Tatkraft des damaligen Vorstandes und mit finanzieller Mithilfe des Präsidenten des Vereines Hr. Dr. Kossdorf, wurde im Jahre 1949 von der Fürstbischöflichen Gutsverwaltung Seggau ein Acker gepachtet. Aus eben diesem wurde unter Mithilfe aller Vereinsangehörigen der heute noch bestehende Sportplatz errichtet. Das Gelände wurde mittels einer aus Eibiswald geholten Raupe entsprechend adaptiert. Des Weiteren waren mühselige Stunden mit Schaufel und Spaten notwendig, um den Sportplatz bespielbar zu machen.
Der Vereinsbetrieb wurde zur damaligen Zeit sehr einfach gestaltet. Außerdem herrschte permanenter Geldmangel im Verein. Alle Spieler agierten selbstverständlich ohne Bezahlung. So war man schon froh, wenn ein Gönner ein Getränk oder sogar ein Essen für die Mannschaft bezahlte.
Als Transportmittel zu den Spielen wurde meist ein LKW benutzt. Die ersten Dressen wurden mit Lebensmittel bezahlt.
In der Saison 1950/51 konnte der 6. Platz erreicht werden. Man konnte aber mit den anderen Mannschaften recht gut mithalten. Im Jahre 1951/52 wurde nach einer denkwürdigen Meisterschaft der Aufstieg in die 1. Klasse Süd geschafft. Nun spielte man bei den Großen mit.
Die beiden ersten Derbys gegen Erzrivalen Leibnitz endeten 2:2 und 1:1 unentschieden. In diesen Zeitabschnitt fällt auch der Bau des Sporthauses und der Tribünen. In den ersten beiden Jahren in der 1. Klasse Süd konnte jeweils der 8. Tabellenplatz erreicht werden. Sportliche Höhepunkte dieser Zeit waren für den SV Kaindorf sicherlich auch die Pokalturniere. Damals hatten diese Turniere noch einen anderen Stellenwert als heute.
Der SV Kaindorf konnte 8 Pokalturniere als Sieger beenden, obwohl meistens gegen stärkere Mannschaften gespielt wurde.
mitte v.l.: Koinegg Josef, Breski Fritz, Trabi Franz
hockend v.l.: Trabi Fritz, Krenn Franz, Hammer Willi
Im Jahre 1954 wurde durch ein Hochwasser der mit viel Mühsal erbaute Sportplatz völlig zerstört. Trotzdem ließ man sich nicht unterkriegen, und der damalige Obmann Fritz Passath setzte alle Hebel in Bewegung, um mit Beihilfe des Steirischen Fußballverbandes und der Gemeinde Kaindorf sowie aller Vereinsmitglieder den Sportplatz wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen.
Es war die Zeit der großen Spiele des SV Kaindorf. Legendär sind die Schlachten gegen Fürstenfeld, Gleisdorf oder Leibnitz. Es ranken sich gar manche geheimnisvollen Geschichten und Anekdoten über diese Zeit.
Geschichten über Funktionäre, Schiedsrichter, Spieler oder Fans. Man erzählt von Verfolgungsjagden in den Wäldern bei Fürstenfeld, von abenteuerlichen Anreisen zu Auswärtsspielen mit Pannen und kilometerlangen Fußmärschen. Man erzählt von geheimnisvollen Gesprächen von Funktionären mit schwarzen Männern, von Abseitstoren und fluchtartigen Verlassen der gegnerischen Fußballplätze, manchmal sogar mit dem Unparteiischen im Gepäck. Man erzählt von gefürchteten Ausputzern, von Aufbauläufern und Flügelspielern. Man erzählt von gesellschaftlichen Ereignissen, die nicht immer ein Erfolg waren. Man erzählt von abenteuerlichen Preisverleihungen bei Bällen und Tanzfesten. Man erzählt von Funktionären, die unsanft aus der gegnerischen Sportanlage befördert wurden. Man erzählt von Schiedsrichtern, die nach dem Spiel ein Bad in der Laßnitz nahmen. Aber man erzählt auch von Kameradschaft und Sportsgeist.
Mannschaftsfoto Weihnachtsfeier 1951 Kampfmannschaft und Jugend, Gasthof Staribacher, jeweils von links:
vorne: Lesacher Erich, Videcnik Eduard, Schrei Friedrich, Breski Fritz,
Siebenhofer Helmut, Puschavec Stefan, Scheikl Berthold,
2. Reihe: Kramer Franz, Fötsch Ferdinand, Binder Karl, Stampfer Willi, Schwarzbauer Alfred
3. Reihe: Frank Walter, Scherübl Otto, Breski Max, Fresenberger Josef
4. Reihe: Krois Johann, Kaufmann Alois, Kröll Arnulf, Lückl Johann, Vollmann Johann
Der SV Kaindorf, übrigens war die Vereinsfarbe damals schwarz/weiß, spielte in den darauf folgenden Jahren mit wechselnden Erfolg in der 1. Klasse Süd. In der Saison 1965/66 konnte der Klassenerhalt nicht geschafft werden und man stieg in die 2. Klasse Süd ab.
Im Jahre 1966 wurde mit Schreiben vom 25. August an die BH Leibnitz folgendes bekannt gegeben:
Vorstand: Franz Trabi
Kassier: Adolf Hofer
Jugendleiter: Rudolf Behr
Platzwart: Franz Ritschko
Schülerleiter: Erich Lesacher
Schriftführer: Inrgid Eppich
Im Spieljahr 1970/71 stieg unsere Mannschaft wieder in die 2. Klasse West B ab. Es gelang jedoch sofort wieder der Aufstieg. Von 20 Spielen konnten 16 gewonnen werden. 2 Spiele endeten unentschieden und 2 gingen verloren. Torverhältnis: 87:19!
stehend: Vollmann, Sokulskyj Walter, Traber Karl, Trabi Fritz, Srsa Walter, Ritlinger Georg,
mitte: Danko Kurt, Sommer, Kern Josef,
hockend: Prais Anton, Zanner Karl, Wippel Franz, Einfalt und Hofer Adolf
Frühjahr 1974: Diese Mannschaft gewann alle 10 Meisterschaftsspiele
von links stehend: Sekula Werner, Stani, Vollmann, Traber, Ritlinger, Passath Fritz
mitte: Sokulskyj Josef, Trabi, Baumann,
hockend v. l.: Sokulskyj Johann, Srsa Walter, Einfalt, Prais Anton, Prais Peter, Zaner und Maier Franz
Der Vorstand beschäftigte sich zu dieser Zeit jedoch mit weit größeren Sorgen: Die Umkleidekabine entsprach nicht mehr den Anforderungen. Eine entsprechende Kantine würde auch schaden. Die Umzäunung ließ auch zu wünschen übrig und ein Netz hinter dem Nordtor wäre auch eine feine Sache.
Im Sommer 1977 war es geschafft. Nach 2 Jähriger Bauzeit konnte von Obmann Hofer Adolf und seinem Vorstand im
Beisein zahlreicher Ehrengäste die neue Kabine und Kantine offiziell seiner Bestimmung übergeben werden. Endbeschau und Benützungsbewilligung am 5. Juli 1977Bgm. Dir. Lippitz
bei den Eröffnungsfeierlichkeiten
In den folgenden 2 Jahren konnten die Plätze 10 und 7 erreicht werden. Im Spieljahr 1979/80 wurde mit Hr. Johann Kindermann ein neuer Hauptsponsor gewonnen. Eine Namensänderung von SV Libella auf SV Kindermann Kaindorf wurde durchgeführt.
Es begann eine der erfolgreichsten Zeiten unseres Vereins. In der Saison 1979/80 konnte bereits der 4 Platz erreicht werden. Karl Traber, der seine aktive Laufbahn bei Flavia Solva beendete, konnte als Trainer gewonnen werden. junge Spieler drängten in die Mannschaft und dank unseres neuen Sponsors konnten auch die entsprechenden Verstärkungen geholt werden.
Im Spieljahr 1980/81 war es soweit: Vor rund 600 Zusehern wurde gegen den Herbstmeister Pölfing Brunn angetreten. Endstand 6:0 für Kindermann Kaindorf! Der Aufstieg in die Gebietsliga war somit geschafft!
Meistermannschaft1981:
stehend v. l. Hofer Adolf, Sokulskyj Gottfried, Kieslinger Gerhard, Skarz Walter, Sokulskyj Reinhard, Sokulskyj Johann, Sokulskyj Josef, Hofer Adolf Jun., Stiendl Egon, Traber Karl
hockend v. l.: Fuchs Ewald, Schweinzger Manfred, Hofer Ewald, Pfeifer Günther, Prais Peter, Bleiweiß Heinz, Matl Gerhard, Moser Fritz Neuwirth Kurt
Im ersten Gebietsligajahr konnte der 3. Tabellenplatz erreicht werden. In den darauf folgenden Jahren spielte man mit unterschiedlichen Erfolgen in der Gebieltsliga.
In der Führung löste Otto Gogl Adolf Hofer als Obmann ab. Leo Kuster wurde geschäftsführender Obmann.
Am 1.Juli 1983 wurde der Vereinsname erneut geändert. Nach dem Ausstieg von der Fa. Kindermann konnte Obmann Leo Kuster die Raiffeisenbank Leibnitz als neuen Hauptsponsor gewinnen.
Im Spieljahr 1985/86 musste unsere Mannschaft in die 1.Klasse West absteigen. Aber damit nicht genug, stieg man im darauf folgenden Jahr in die 2.Klasse ab.
Hofer Adolf sen. löste Kuster Leo als Obmann ab, und bei den Spielern begann die Ära Danko.
Helmut Danko als Spielmacher und sein Bruder Mathias schoss als steirischer Torschützenkönig mit über 40 Toren, den SV Raika Kaindorf im Spieljahr 1987/88 in die 1. Klasse, von der wir uns in der Saison 1990/91 leider wieder verabschiedeten.
Kampfmannschaft 1987:
hinten vo.li. SL Skarz, Obmann gf. Adi Hofer, Obmann Bader,
Danko Mathias, Danko Helmut, Jauk Alois, Verwüster Herbert,
Fuchs Ewald, Neuwirth Kurt, Trainer Hofer Adi Jun.,
Vorauer Herbert Raika
vorne von li.: Perz Manfred, Proneg Johann, Taucher Christian,
Matl Gerhard, Stiendl Egon, Hofer Ewald, Rossmann Mario
1993 legte Obmann Hofer Adolf seine Funktion zurück. Christian Taucher als Sektionsleiter und Matl Gerhard als Obmann übernahmen die Führung des Vereines. In diese Zeit fällt auch die Entscheidung des Stfv die 2. Klasse namentlich zu entfernen. Die 1.Klasse war ab diesen Zeitpunkt nun die niedrigste Klasse.
In dieser Epoche hat Obmann Matl Gerhard unser derzeitiges Vereinslogo entworfen!
Trainingsanzüge- u. Dressenübergabe Kampfmannschaft 1996/97
hinten von li Vrisk, Kleineberg, Buhunjak, Dzepina, Danko Mathias, Nistl Harald, Perz Manfred, Kegel Andi
mitte v. li.: Vorauer Herbert (Raika) Roi Johann, Vollmann, Danko Helmut, Gornik Herbert, Garber Alex,
Trainer Traber Karl Plaschko Markus
vorne v. li.: Legat Mario, Lösch Herta, Vodenik, Traber Martin, Taucher Christian, Neubauer Klaus, Hofer Michi, Andrä Seit Juni 2004 gibt es um Obmann Alois Kriegl einen neuen Vereinsvorstand. Für die sportlichen Belange ist Christian Taucher als Sektionsleiter verantwortlich. Auch der Vereinsname wurde auf Wunsch des Hauptsponsors auf SV RAIFFEISEN KAINDORF geändert. Im Herbst 2004 und im Frühjahr 2005 wurde die längst überfällige Sanierung des Sportplatzes durchgeführt, sowie das Vereinshaus vergrößert. Der größte Wunsch, den Bau eines Trainingsplatzes, konnte trotz intensiver Bemühungen des Vorstandes und der Gemeindevertreter noch immer nicht durchgeführt werden, da es Massive Einsprüche von Seiten der Naturschutzbehörden gibt. Eine weitere Neuerung gibt es vom STFV seit Beginn der Saison 2005/2006. Die Spielberichte werden nur mehr Online über das Internet gemeldet und sind für Jedermann sofort nach Spielende zugänglich.







